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Inspiration
Alles läuft rund. Kreise faszinieren immer wieder aufs Neue. Es
gibt weder Anfang noch Ende. Vieles im Leben ist mit Kreisläufen
verbunden. So sind die Jahreszeiten immer wiederkehrend und haben
ebenfalls weder Anfang noch Ende. Klar sind uns solche Tatsachen
nicht ganz geheuer, da wir uns meistens nach eindeutigen Definitionen
richten. Auch das Wasser ist ein immer wiederkehrender Kreislauf.
Wo beginnt er, wo endet er? Eine einfache Frage, über die es sich
lohnt, nachzudenken. Eine Antwort darauf ist immer Ansichtsichtssache;
so wird jemand, der am Meer wohnt eine andere Antwort darauf geben,
als jemand, der in den Bergen bei den Ursprüngen der grossen Flüsse
wohnt.
Wir formen aus Nielen runde Sachen. Nielen werden in der Schriftsprache
Waldreben genannt und wachsen in lichten Edellaubwäldern. Sie
werden bis zu zehn Meter lang und hängen wie dicke Seile an den
Bäumen. Am besten gedeihen sie an Flüssen in Auenlandschaften.
Nielen sind faserig, aber in frischem Zustand gut formbar. Früher
wurden sie auch zum Verbinden von Gegenständen in der Bauwirtschaft
verwendet. Heute hat die Niele als Nutzpflanze keine Bedeutung
mehr. Als Grundstoff für verschiedene kreative Formen ist sie
aber eine interessante, wenngleich auch herausfordernde Pflanze.
Die Herausforderung besteht darin, sie zu formen und zu zähmen,
ohne sie zu zerbrechen. So gesehen gestaltet die Pflanze das Werk
mit, es ist nicht möglich aus jedem Nielenstrang genau das zu
schaffen, was man möchte. Deshalb ist jedes einzelne Stück auch
einzigartig und manchmal auch ein wenig eigenartig.
Die Natur ist uns wichtig. Wir achten beim Schneiden von Nielen
darauf, dass die übrigen Pflanzen nicht verletzt werden.
Auch lassen wir immer einen grossen Teil der Nielen stehen, so
dass sich das Bild im Wald möglichst wenig verändert.
Einen Nielenstrang kann man nicht in eine Form zwingen, so halten
wir es auch mit der übrigen Natur.
Eine Kugel oder ein Kranz aus Nielen ist in sich stabil. Für die
Herstellung verwenden wir ausser Handschuhen, einer Gartenschere
und einer gehörigen Portion Geduld keine weiteren Hilfsmittel.
Bis eine kleinere Kugel fertig geformt ist, benötigen wir zwischen
15 und 20 Minuten, wobei die Suche nach geeigneten Nielen dabei
nicht inbegriffen ist. Ein Kranz lässt sich einfacher und deshalb
auch schneller erstellen. Gegenstände aus Nielen können vielseitig
verwendet werden. So freuen sich beispielsweise Katzen in einer
Kugel zu liegen und aus dieser die Gegend zu betrachten. Kränze
wie Kugeln lassen sich mit einfachen Mitteln wie Efeu, Moos oder
Blumen schmücken. Da Nielen immer dem Wetter ausgesetzt sind,
können sie auch in verarbeiteter Form problemlos im Freien aufgestellt
werden. Werden die Kunstwerke an einem geschützten und trockenen
Ort platziert, sind sie über viele Jahre haltbar. Da die Kugeln
und Kränze aus Nielen eine ideale Basis zum Verzieren darstellen,
sehen sie zu jeder Jahrezeit gut aus. Grössere Werke passen wunderbar
zu grosszügigen Hauseingängen oder in einen schmucken Wintergarten.
Kleinere Kugeln sehen überall in der Wohnung schön aus. Ein kleiner
Kranz an der Haustür wirkt einladend. Wo auch immer ein Kunstwerk
aus Nielen Platz findet, eines ist klar: Es handelt sich um ein
Unikat, die Nielenstränge wuchsen jahrelang in den Auenwäldern
des Seelands bis sie von uns gefunden und sorgfältig geschnitten
wurden.
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